Relativ spontan entschied ich mich nach einer sehr kurzfristigen Einladung zweier Frankfurter Freunde dazu, mir dieses Spiel anzusehen. Es war nicht die Begegnung, nicht die Mannschaften, nicht die Fanszenen, die mich dazu bewogen, das Angebot anzunehmen, ich freute mich einfach mal wieder darauf in Ruhe neutral ein Fußballspiel zu sehen. Das mein letztes Nicht-FCSP-Spiel auch eins der SGE war, war mir einfach mal egal 😉

Also nach der Schule schnell die Sachen ins Auto geschmissen, auf zum Bahnhof, davon krieg ich nie genug. Die zweieinhalbstündige Fahrt war aufgrund des super Caterings meiner beiden Freunde auch schnell geschafft. Am Stadion angekommen, stellte sich für mich die Frage, wo ich den stehen bzw. sitzen wollte. Der Kompromiss war dann ein kurzer Besuch in der Nordwestkurve, die erste Halbzeit dann in den Gästeblock, die zweite Hälfte wollte ich dann zu meinen Freunden zurückkehren, die sich (aus Gründen) diesmal im Oberrang der Haupttribüne aufhielten.
Während der kurzen Visite in der Frankfurter Kurve passierte nichts weiter Erwähnenswertes, also machte ich mich ca. 15min vor Anpfiff auf den Weg in den Gästeblock. Bei diesem Wechsel zwischen den Fanszenen war ich übrigens sehr froh, dass ich mich am Morgen für die Schule ziemlich neutral angezogen habe 😉
Von den Bochumer Ultras war ich allerdings sehr enttäuscht. Wie gesagt, ich betrat den Block kurz vor Anpfiff und die kamen sogar noch nach mir und fingen dann 5-10min vor Spielbeginn damit an, ihre Zaunfahnen aufhängen, die Trommel und Fahnen in Position zu bringen. Der Support war dann auch eher mau. Weder konstant oder kreativ und schon gar nicht laut. Die Nordwestkurve legte (wie eigentlich immer) verdammt gut los, wurde dann aber seltsamerweise grade nach der Führung leiser.
Eine sehr sympathische Geste der Ultras Frankfurt war übrigens die Verhöhnung des gescheiterten Kandidaten für den Posten des Frankfurter Bürgermeisters Boris Rhein, der im Wahlkampf bereits mehrere fragwürdige Repressionen gegen die Nordwestkurve erwähnte, durch ein großes Spruchband mit der Aufschrift: „ Schade Boris, alles ist vorbei“.


Nach dem 2:0 war es dann mit Support im Gästeblock komplett vorbei, nach dem 3:0 wenig später wurden die Zaunfahnen dann auch schon wieder abgehangen, die Fahnen eingeholt, man brachte noch kurz seinen Unmut zum Ausdruck und dann verließen einige Fans bereits den Block. Den letzten Schlachtruf „Wir sind Bochum und Ihr nicht!“ (oder so ähnlich) interpretiere ich jetzt mal so, dass die Bochumer/innen mit dem Einsatz ihrer Mannschaft nicht zufrieden waren, was (in meinen Augen) allerdings falsch ist. Die Spieler des VFL haben gekämpft, nur war die Eintracht ihnen einfach absolut überlegen. Und auch einfach nach Gegentoren die Mannschaft nicht weiter zu unterstützen zeugt jetzt auch nicht von unglaublich viel Kampfgeist.
Dennoch hab ich mich dann darauf auch mit der Frage beschäftigt, inwiefern man auch mit der Leistung der eigenen Mannschaft unzufrieden sein darf. Ich kann es ja verstehen, man nimmt sich einen oder zwei Tage frei, fährt mehrere hundert Kilometer und gibt viel hart verdientes Geld für die Unterstützung des Teams aus.. und wenn dann auf dem Platz nicht gekämpft wird?
Trotzdem diese Aktion fand ich definitiv nicht gerechtfertigt.
Die zweite Hälfte hätte ich mir dann auch schenken können, die war ziemlich langweilig, auch wenn die Erfahrung auf der Haupttribüne zu sitzen, mal ganz nett war 😉
Ich war extrem froh, nach dem Spiel schnell nach Hause zu kommen, da ich die letzten beiden Tage kaum geschlafen habe und außerdem geht’s Montag ja wieder los: Magischer FC in Düsseldorf!

 

edit: So sieht Support in einer schwierigen Situation aus! Grüße nach Babelsberg, wir sehen uns auch bald 😉

 

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