Je liberaler eine Gesellschaft wird, desto mehr Feinde dieser Gesellschaft entstehen in ihr. Am Beispiel der USA sieht man das an der rechtspopulistischen Tea-Party-Bewegung. Es ist erstaunlich, was die „Tea-Party“ bereits alles erreicht und wie viele Unterstützer/innen sie hat.

Diese Bewegung versteht sich in erster Linie als eine Protestgruppe gegen Obamas Politik. Vielen Amerikaner/ innen ist (wirtschaftliche) Freiheit sehr wichtig und sie stehen daher  hinter der freien Marktwirtschaft. Daher lehnen sie sogar Dinge wie Gelder für den Klimaschutz oder die UNO-Kinderrechtskonventionen ab. Woher kommt dieser Fanatismus, obwohl sich Formen wie die soziale Marktwirtschaft als deutlich besser erwiesen haben?

Dafür lohnt es sich einen Blick in die amerikanische Vergangenheit zu werfen. Die ersten permanenten europäischen Siedler in Amerika waren größtenteils, in England verfolgte, Puritaner, religiöse Fundamentalisten. Dieser Gruppe war Individualität und Freiheit sehr wichtig und diese Dinge sind bis heute in der amerikanischen Gesellschaft zu erkennen. So weist Amerika ja bekanntlich eine hohe Anzahl an Kreationisten auf.

Während des Unabhängigkeitskrieges gegen England wurde „Das Streben nach Glück“ in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung festgehalten, der „amerikanische Traum“ war geboren. Ein Grundgedanke dieser Idee war, dass jede/r etwas erreichen kann, wenn er oder sie es nur will.

Man braucht aber auch gewisse Eigenschaften, um den „amerikanischen Traum“ zu leben, zu denen auch Moral und Aufrichtigkeit gehören („Ladder of Fortune“).

Ich denke, dass der Tea-Party solche Dinge auch wichtig sind, da sie ja zum „amerikanischen Traum“ zurück wollen, aber , und das ist der Denkfehler, Moral und Aufrichtigkeit waren in der Geschichte des Kapitalismus niemals vorhanden. Diese Glorifizierung der Vergangenheit ist falsch, da Sklaverei und die amerikanische „Westexpansion“ moralisch fragwürdig sind, genau wie die Probleme des heutigen Kapitalismus (Ausbeutung der 3. Welt, Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen etc.).

Hier ist aber ein weiteres Problem. Dinge, wie der Klimawandel, müssen bekämpft werden, das Verweigern oder Ignorieren solcher Dinge hat Moral auch nichts zu tun.

Übrigens ist der Bezug zur „Boston Tea-Party“ auch fraglich, da die Bürger/innen damals auch dagegen rebellierten, dass sie in der englischen Politik nicht repräsentiert wurden. Heute versucht der Staat nur dafür zu sorgen, dass auch die Kinder der Leute, die dort auf die Straße gehen, den „amerikanischen Traum“ selbst leben können.

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