Version 527

Alles.. und doch wieder nichts..

Kaffeefahrt nach Wiesbaden — 06/05/2012

Kaffeefahrt nach Wiesbaden

Meine Sympathie zu Babelsberg ist wahrlich kein Geheimnis und es war einfach mal wieder an der Zeit die Freunde aus Potsdam zu besuchen. Da bot sich Wiesbaden aufgrund meiner Unterkunftsmöglichkeiten in Hessen natürlich bestens an 😉

 

 

Nach einer kleinen Odyssee mit der dt. Bahn mit den üblichen Signalstörungen, „Störungen im Betriebsablauf“ und viel Kaffee gegen den Schlafmangel fand ich mich dann in Wiesbaden wieder und merkte, dass ich vergessen hatte, wie ich zum Stadion komme. Als ich mich dann vor dem statistischen Bundesamt wiederfand, entschied ich mich doch besser mal zu fragen und wie der Zufall es so will, war es ein Groundhopper aus der Vorstadt (fragt mich nicht, warum der nicht in Augsburg war, ich habe das wohl zu dem Zeitpunkt vergessen).

2 – 3 Sticheleien gegen den Verein des jeweils Anderen waren wir am Stadion angekommen und ich entschloss mich, da es noch recht früh war, mir die das Stadion mal von außen anzusehen und die Umgebung zu erkunden. Gant witzig find fand ich doch, dass große Plakate vom „Ziel: 2. Liga“ sprachen, die Stadionzeitung feierte das Team aber für den Klassenerhalt.. Anspruch und Wirklichkeit oder so.. Die Tanke nebenan schien an Heimspieltagen ebenfalls gut besucht zu sein, das Bier dort war sehr preiswert. Neben der Arena lag der Helmut-Schön-Sportpark, ein schönes älteres Stadion mit vielen Stehplätzen, Toiletten noch geöffnet, die Aufkleber dort kündigten davon, dass ich nicht der Einzige war, der diese Idee hatte.. und das Bier von der Tanke musste ja raus 😉 Also wieder zurück zum Stadion, bekannte Gesichter gegrüßt, andere kennengelernt, sehr nette Atmosphäre.

 

 

Der Verein und das Stadion präsentierten sich generell sehr familienfreundlich, die 50 Leute, die da auf der Nordtribüne nach Ultras aussahen, wirkten weder bedrohlich und laut waren sie auch nicht. Gefällt mir persönlich eher nicht, aber ist sicher der einzige höherklassige Verein im Rhein-Main-Gebiet, wo man als Familie bedenkenlos hingehen kann. Ich komm dann in 10 Jahren vielleicht mal darauf zurück 😉

Stimmung im Gästeblock in der ersten Hälfte auf konstant gutem Niveau, Wiesbaden hab ich wirklich nicht wahrgenommen. Das Spiel war ebenfalls erstaunlich positiv und am Besten war die Torhymne. Klar, viele Vereine haben bescheuerte Stücke ausgewählt, aber man stelle sich vor, wie das ganze Stadion (Gästeblock eingeschlossen) dieses Stück musikalische Vergewaltigung mitsingt. Wo ist die GEMA, wen man sie braucht?

 

 

Das 2:2 ist aus meiner Sicht ein faires Ergebnis, da kann man nichts sagen. Trauriger Höhepunkt war die schwere Verletzung von Babelsbergs Anton Makarenko. Er wurde vom Platz getragen, die Spieler schoben sich den Ball nur noch gegenseitig hin- und her. Supportet wurde ebenfalls nicht mehr. Faire sportliche Geste.

Der Abpfiff lies auch nicht lange auf sich warten, Alma Cica wurde noch sehr herzlich verabschiedet und dann gings wieder Richtung Busse. Man erklärte sich großzügiger Weise bereit, mich ein ganzes Stück mit dem Bus mitzunehmen, was nicht nur Zeit sparte, sondern auch zu netten Gesprächen führte 🙂

Abschließend kann man sagen, dass sich diese Fahrt für mich mehr als gelohnt hat und ich das definitiv bald wiederholen werde.. Erst mal freu ich mich natürlich auf das Freundschaftsspiel zwischen Sankt Pauli und Babelsberg am 13. Juli und darauf auf das ULTRASH.

Auf ein weiteres Jahr 3. Liga! 😉

 

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Verbannt den Verband! — 26/04/2012

Verbannt den Verband!

Lieber Herr Orth,

ich kann es verstehen, dass Sie aufgrund der in der letzter Zeit verhängten Strafe gegen uns Fans langsam die Geduld verlieren, die Ursache für diese Strafen sind aber nicht wir, sondern die Willkür des DFB.

Beispiel Schweinske-Cup: Nach DFB-Logik sollten wir uns also von den anstürmenden Lübecker Nazi-Hools einfach verprügeln lassen? Die Forderung von Jesus Christus „Wenn dich jemand auf die rechte Backe schlägt, dann halte auch die Linke hin“ mag zwar ganz nett klingen, aber ist absolut realitätsfremd und idealistisch. Ich glaube nicht, dass irgendein Gericht diese Notwehr beanstanden würde.

Zum „Bullenschweine-Plakat“:

Erst mal handelt es sich dabei juristisch um keine Beleidigung, weil dies viel zu allgemein formuliert ist, wie @KleinerTod herausgestellt hat. Weiterhin ist das doch keine revolutionäre Beleidigung. In nahezu jeder Kurve gab/gibt es in den verschiedensten Formen solche oder ähnliche Beleidigungen. Hat dafür jemals ein Verein eine Strafe bekommen? Darüber hinaus sang auf dem Jubiläumskonzert die Band Slime ihren Song „ACAB“ und keinen, auch offensichtlich das Präsidium, hat dies nicht gestört. Wenn ich mich unter uns FCSP-Fans umsehe sehe ich hunderte Shirts, Buttons und Aufnäher mit solchen Statements und nun soll auf einmal umgedacht werden?

Inwiefern solche Beleidigungen gerechtfertigt sind, kann man sicherlich kontrovers diskutieren, aber als kleinen Anreiz können Sie ja mal Augenzeugenberichte vom diesjährigen Schweinske-Cup oder vom Angriff auf das Jolly Roger durch die Polizei lesen.

 

Dass diese Strafe durch den DFB absolut willkürlich ist, sieht man ebenfalls daran, dass hier eine Beleidigung (die juristisch eigentlich gar keine ist) bestraft wird, während Clubs wie Hansa Rostock oder Dynamo Dresden straffrei trotz wiederholten homophoben, rassistischen und antisemitischen Beleidigungen im großem Stil davon kommen. Und solche Beleidigungen sind juristisch strafbar.

Noch viel schlimmer daran ist, dass sich der DFB seit Jahren den Kampf gegen solche Tendenzen auf die Fahnen schreibt.

 

Die aktuelle Menschenrechtsdiskussion in der Ukraine (wo dieses Jahr die EM stattfindet) mag man gerne als heuchlerisch bezeichnen, aber auch dort sehe ich keine Bemühungen des DFB mal klar Stellung zu beziehen. Das alles ist so unverhältnismäßig und ungerecht, dass ich fast das Kotzen kriege! In diesem Sinne:

 

Den Versuch wars wert.. — 14/04/2012

Den Versuch wars wert..

Meine persönliche miserable FCSP-Auswärtsbilanz ist wieder um ein Kapitel reicher geworden. Klar, eigentlich kann ich mit dem 2:1 ganz zufrieden sein, Fürth war klar besser und ich hatte schon Schlimmeres erwartet, aber ganz von Anfang..

Die Tour startete für mich gegen 14Uhr, diesmal mit dem Auto. Gleich vorweg ein Riesendankeschön an meine Fahrer @TaschaCL und @rclasen! Ohne Euch wär das nicht möglich gewesen!


Nach sehr entspannter Hinfahrt ins idyllische Bayern Franken und kurzem Fußmarsch zum Stadion entpuppte sich dann das nächste Problem: Eine hinterlegte Auswärtsdauerkarte mit anderem Namen abholen.. War ne interessante Diskussion 😉
Die Ordner im sympathischen Thor Steinar-Outfit boten sich dann sogar an, mich vor den Block zu führen, wo ich den Banner dann aufhängen konnte. Eigentlich wäre ich nicht darauf eingegangen, aber die Gelegenheit wieder auf dem Rasen im diesem Stadion zu stehen, wollte ich mir dann auch nicht entgehen lassen.. Erinnerungen und so 😀
Stimmung im Block war naja.. schon mal besser, aber dafür gabs am Anfang ne schöne, große Blockfahne. Auf der anderen Seite wurde zwar mehrmals gezündelt, aber gehört hat man nichts. Wobei ich jetzt nichts gegen Fürth sagen möchte, ist mir allemal sympathischer als Nürnberg. Ganz toll waren allerdings diese „Klatsch-Pappen“, die man wohl vorher im Stadion verteilt hatte. War so ein bisschen Handball-Feeling 😀

bayrische Getränke 😉

Witzig diesmal: Fans, die zu breit sind, um selbst das einfachste Taktgefühl  auf die Reihe zu kriegen.. Naja, will ich jetzt nicht befürworten, aber muss man eben tolerieren.
Wie bereits gesagt, Ergebnis und Leistung der Mannschaft geht klar, wer hat ernsthaft mit 3 Punkten gerechnet? Mit dem Tor kurz vor Schluß haben wir eben noch mal kurz die Aufstiegseuphorie gestört 😉

Egal, bleiben wir eben in Liga 2, ist eh viel besser dort.. und international spielen wir dann wegen dem DFB-Pokalsieg nächstes Jahr, bin ich mir ganz sicher 🙂

Das wars dann übrigens (wahrscheinlich) für mich mit FCSP-Spielen diese Saison, ich bedanke mich recht herzlich für das Lesen meiner Tourberichte und wir sehen uns dann mal bei Babelsberg oder nächste Saison wieder!

Nie mehr ohne Dich, magischer FC!

Frankfurt auswärts und auch sonst so. — 09/04/2012

Frankfurt auswärts und auch sonst so.

Frankfurt entwickelt sich langsam zu der Stadt, die ich am häufigsten ansteuere, wenn es um Fußball geht.. 😀
Es ist definitiv mal wieder schön für eine Auswärtsfahrt erst um 7Uhr aufstehen zu müssen und auch wieder um 19Uhr zuhause zu sein, für eine durchschnittliche Fahrt bin ich ja leider immer um die 20h auf den Beinen. Die Fahrt gestaltete sich ganz angenehm, viele bekannte Gesichter bereits ganz am Anfang und so war Bornheim dann auch schnell erreicht.
Aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre mit dem Catering rund um das Stadion, entschieden wir uns extra zentraler in Bornheim auszusteigen, um noch etwas zu essen, doch die meisten Gaststätten waren aufgrund irgendeines religiösen Brauches geschlossen, schade! Glücklicherweise fand sich dann doch noch ein Kiosk, der sowohl Kaltgetränke, als auch kleinere Speisen anbot.

Das Stadion find ich persönlich ziemlich klasse! Obwohl s ziemlich modern ist, hat es einen großen Gästesteher, auch (in Relation zur Größe des gesamten Stadions) ne große Heimkurve, die Haupttribüne wurde grade neu gebaut, alles fast nur Stehplätze im Stadion. Dafür allerdings auch ne schlechte Akustik. Naja, man kann nicht alles haben.

 


Negativ aufgefallen sind mir diesmal  Fans des FSV. Sonst waren mir die ja immer recht sympathisch, aber wenn dort eine Gruppe von 15 Leuten steht, einer redet von der „Juden-Eintracht“ und keiner macht mal den Mund auf, um dagegen was zu sagen.. wohl zu viel Grass gelesen!

 

Die Choreo sah sicherlich ziemlich gut aus, doch die Kleineren müssen definitiv noch lernen, dass man Doppelhalter nicht die 90 Minuten lang hochhalten kann 😉
Ja, das Spiel: Die besten ersten 20 Minuten seit Langem, gute Aufholjagd, ein Elfer, der keiner war, doch leider keine 3 Punkte am Ende.. Aber warum beschwer ich mich eigentlich? Es sind weitere 2 Punkte gegen den Aufstieg und, ich kann mich nur wiederholen, wer will schon aufsteigen?

Ja, und sonst so?
Glückwunsch nach Glasgow, der neue Meister heißt Celtic FC!
Morgen kann am Millerntor für MTZ Ripo gespendet werden. Ne gute Sache, wie ich finde, da die Gesellschaft in großen Teilen der ehemaligen Sowjetunion sehr rassistisch ist und daher jede antifaschistische Kurve zu begrüßen, fördern und erhalten ist! Und wenn der dortige Staat kein Interesse an der Erhaltung hat, dann müssen wir das eben selbst in die Hand nehmen!

http://savemtz.blogsport.eu
http://partizan-minsk.blogspot.de/

Voran Sankt Pauli!

Tourbericht Düsseldorf — 05/04/2012

Tourbericht Düsseldorf

Nachdem ich die Sache mit den Nazis und Ordnern bereits vorweggenommen habe, nun der richtige Tourbericht 😉
Diese Tour startete für mich ca. 18h vor dem Anpfiff, nämlich um 2Uhr morgens. Also aufstehen, erst mal obligatorisch rumfluchen („Scheiß Sankt Pauli, das mach ich nie wieder!“ etc.)und dann ne Stunde durch die Kälte zum Bahnhof (Oh man, ich will zurück nach Hamburg..).
Dort angekommen war ich dann allein unter gut gelaunten Polizisten, sympathische Gesellschaft! Gegen 5:30Uhr morgens erreichten wir Frankfurt, dort waren alle Anzeigen ausgefallen, Riesenchaos.. Ich hab dann allerdings doch den richtigen Zug gefunden und so war ich pünktlich gegen 8:30 in Köln. Hier wollt ich dann auch erst mal die nächsten 9-10 Stunden bleiben, denn ich war bisher erst einmal in Köln und wollt mir die Stadt mal etwas genauer ansehen und mich mit Freunden treffen.

 

Ich will ja nun nicht mit den Sehenswürdigkeiten dieser Stadt langweilen, auch der Besuch des AZ in Kalk ist wohl eher weniger interessant, oder? Diese Kampagne allerdings (siehe Bild unten) kann man schon mal erwähnen find ich 😉

 

Ich teile diese Ansicht gar nicht, da grade um den Kölner Dom viele interessante Aufkleber von Gruppen waren, die man sonst in Hamburg ja eher weniger wahrnimmt (z.B. Wien, Paris, Teheran, CFHH).
Gegen frühen Abend gings dann weiter nach Düsseldorf und dort auch direkt zum Stadion. Der Umstieg von Kölsch auf Altbier ist übrigens auch gewöhnungsbedürftig 😉 Die üblichen Verdächtigen am Stadion getroffen, leider hat das Treffen mit Yorkshire Sankt Pauli mal wieder nicht geklappt, schade, aber das kriegen wir irgendwann noch hin! 😉
Stimmung war ganz ok, Düsseldorf ist mir auch ganz positiv aufgefallen, ging ordentlich was in deren Kurve.
Das Spiel des FCSP ging auch in Ordnung, zwar keine Tore, aber endlich mal wieder halbwegs gut gespielt.

 

Die Aktionen nach dem Spiel sind ja sicherlich bekannt, danke für das viele Feedback, ich habe noch viele DNs und Mails erhalten und leider stehen viele Ansichten und Beobachtungen im krassen Gegensatz zueinander, sodass ich weiterhin gar nicht richtig weiß, was da jetzt wirklich passiert ist.. Hoffe mal auf Klärung in der nächsten Basch oder im Kiezkieker.

Ich war auf jeden Fall froh, nach diesem Tag ins Bett zu kommen, danke an die @diepauliane für Alles!

Übrigens ist hier in dem Tourbericht ein kleiner sachlicher Fehler versteckt. Wer den findet, bekommt von mir übermorgen ne Flasche Kölsch oder Altbier, je nach Wunsch 😀

Forza Sankt Pauli!

Naziangriff in Düsseldorf — 03/04/2012

Naziangriff in Düsseldorf

Aufgrund des gesteigerten Interesses an den Vorfällen nach dem Spiel in Düsseldorf gestern Abend, werde ich erst mal nur darüber schreiben, ein Tourbericht folgt dann später auch noch (falls das überhaupt Jemanden interessiert ;))

Kurze Zeit nach dem Abpfiff der Partie Fortuna Düsseldorf gegen Sankt Pauli am 02.04.2012 fand vor dem Gästeblock ein (offensichtlich politisch-motivierter) Angriff statt. Ein Nazi hatte sich Zugang zu dem Bereich vor dem Gästeblock verschafft und hat wahllos auf umstehende Fans des FCSP eingeschlagen. Dieser Zustand hielt glücklicherweise nicht lange an, da sich die Angegriffenen logischerweise wehrten und Ordner und Polizei den Nazi daraufhin fortbrachten.
Was ab jetzt passiert ist, hab ich nicht mehr selbst miterlebt und kann es mir nur aus Augenzeugenberichten und Gesprächen vor Ort zusammenreimen.
Natürlich muss man sich jetzt vorstellen, dass große Aufregung vor dem Block herrschte. Diverse Fans kamen herbeigelaufen, viele der Umstehenden riefen lauthals „Nazis raus!“ etc. Aus irgendeinem mir nicht ersichtlichen Grund hielten es Ordner und Polizei dann für angebracht,  alle Umstehenden mit Pfefferspray zu besprühen. Einen konkreten Grund konnte ich nicht erkennen, Augenzeugen, mit denen ich danach sprach, erkannten ebenfalls keinen. Wenn jemand weiß, ob es einen Anlass gab, benutzt doch bitte die Kommentarfunktion etc.
Fakt ist aber (und hier muss wieder deutliche Kritik am Vorgehen der Sicherheitskräfte geübt werden), dass wieder diverse Unschuldige und wieder kleine Kinder Pfefferspray abbekommen haben und das kann nicht sein! Solche Sachen machen mich unglaublich wütend und da ich genau weiß, dass es keine Verfolgung der „Täter“ geben wird und man auch keine Entschuldigung erwarten kann (siehe Schweinske-Cup), bin ich persönlich auch weiterhin nicht gewillt, der Polizei weitere Freiräume einzuräumen und daher möchte ich nochmals aufrufen, sich deutlich gegen die Polizeiwache in der neuen Gegengrade zu stellen!

Folgende Fragen bleiben für mich weiterhin ungeklärt:
–    Warum stürmt man als einzige Person in einen Block voller Fans, die dafür bekannt sind, sich entschieden gegen Faschisten zu stellen? Klar, Nazi-Sein setzt schon ein hohes Maß an Dummheit und Ignoranz voraus, aber so blöd kann man doch gar nicht sein, oder? Ich dachte ursprünglich an ein Ablenkungsmanöver oder etwas in der Art, aber offensichtlich doch nicht..
–    Warum reagierten Ordner und Polizei so aggressiv? Klar, man sieht ständig im Internet neue Videos von Polizeigewalt und auch Ordner sind mir nicht grade als friedfertig und pazifistisch in Erinnerung geblieben (Viele Ordner sind ja auch ehemalige (rechte) Hooligans, erzähl ich euch ja nichts Neues), aber ist mir und Anderen der Grund einfach nicht aufgefallen oder war das wirklich reine Willkür und Lust an der Auseinandersetzung mit „Zecken und Antifas“?

Solche Vorkommnisse sollten uns aber, unabhängig von den wahren Antworten auf die Fragen, zeigen, dass es wichtig ist, dass wir fest gegen Nazis,  Polizeigewalt und Willkür zusammenstehen, denn selbst wenn es diesen Grund geben sollte, wir waren nicht der Ausgangspunkt und Schaden genommen haben in erster Linie Unbeteiligte und Kinder.

Also engagiert euch, zeigt Flagge gegen Nazis und fordert längst überfällige Dinge wie die Kennzeichnungspflicht!

UNITED WE STAND!

Eintracht Frankfurt vs. VFL Bochum 3:0 — 31/03/2012

Eintracht Frankfurt vs. VFL Bochum 3:0

Relativ spontan entschied ich mich nach einer sehr kurzfristigen Einladung zweier Frankfurter Freunde dazu, mir dieses Spiel anzusehen. Es war nicht die Begegnung, nicht die Mannschaften, nicht die Fanszenen, die mich dazu bewogen, das Angebot anzunehmen, ich freute mich einfach mal wieder darauf in Ruhe neutral ein Fußballspiel zu sehen. Das mein letztes Nicht-FCSP-Spiel auch eins der SGE war, war mir einfach mal egal 😉

Also nach der Schule schnell die Sachen ins Auto geschmissen, auf zum Bahnhof, davon krieg ich nie genug. Die zweieinhalbstündige Fahrt war aufgrund des super Caterings meiner beiden Freunde auch schnell geschafft. Am Stadion angekommen, stellte sich für mich die Frage, wo ich den stehen bzw. sitzen wollte. Der Kompromiss war dann ein kurzer Besuch in der Nordwestkurve, die erste Halbzeit dann in den Gästeblock, die zweite Hälfte wollte ich dann zu meinen Freunden zurückkehren, die sich (aus Gründen) diesmal im Oberrang der Haupttribüne aufhielten.
Während der kurzen Visite in der Frankfurter Kurve passierte nichts weiter Erwähnenswertes, also machte ich mich ca. 15min vor Anpfiff auf den Weg in den Gästeblock. Bei diesem Wechsel zwischen den Fanszenen war ich übrigens sehr froh, dass ich mich am Morgen für die Schule ziemlich neutral angezogen habe 😉
Von den Bochumer Ultras war ich allerdings sehr enttäuscht. Wie gesagt, ich betrat den Block kurz vor Anpfiff und die kamen sogar noch nach mir und fingen dann 5-10min vor Spielbeginn damit an, ihre Zaunfahnen aufhängen, die Trommel und Fahnen in Position zu bringen. Der Support war dann auch eher mau. Weder konstant oder kreativ und schon gar nicht laut. Die Nordwestkurve legte (wie eigentlich immer) verdammt gut los, wurde dann aber seltsamerweise grade nach der Führung leiser.
Eine sehr sympathische Geste der Ultras Frankfurt war übrigens die Verhöhnung des gescheiterten Kandidaten für den Posten des Frankfurter Bürgermeisters Boris Rhein, der im Wahlkampf bereits mehrere fragwürdige Repressionen gegen die Nordwestkurve erwähnte, durch ein großes Spruchband mit der Aufschrift: „ Schade Boris, alles ist vorbei“.


Nach dem 2:0 war es dann mit Support im Gästeblock komplett vorbei, nach dem 3:0 wenig später wurden die Zaunfahnen dann auch schon wieder abgehangen, die Fahnen eingeholt, man brachte noch kurz seinen Unmut zum Ausdruck und dann verließen einige Fans bereits den Block. Den letzten Schlachtruf „Wir sind Bochum und Ihr nicht!“ (oder so ähnlich) interpretiere ich jetzt mal so, dass die Bochumer/innen mit dem Einsatz ihrer Mannschaft nicht zufrieden waren, was (in meinen Augen) allerdings falsch ist. Die Spieler des VFL haben gekämpft, nur war die Eintracht ihnen einfach absolut überlegen. Und auch einfach nach Gegentoren die Mannschaft nicht weiter zu unterstützen zeugt jetzt auch nicht von unglaublich viel Kampfgeist.
Dennoch hab ich mich dann darauf auch mit der Frage beschäftigt, inwiefern man auch mit der Leistung der eigenen Mannschaft unzufrieden sein darf. Ich kann es ja verstehen, man nimmt sich einen oder zwei Tage frei, fährt mehrere hundert Kilometer und gibt viel hart verdientes Geld für die Unterstützung des Teams aus.. und wenn dann auf dem Platz nicht gekämpft wird?
Trotzdem diese Aktion fand ich definitiv nicht gerechtfertigt.
Die zweite Hälfte hätte ich mir dann auch schenken können, die war ziemlich langweilig, auch wenn die Erfahrung auf der Haupttribüne zu sitzen, mal ganz nett war 😉
Ich war extrem froh, nach dem Spiel schnell nach Hause zu kommen, da ich die letzten beiden Tage kaum geschlafen habe und außerdem geht’s Montag ja wieder los: Magischer FC in Düsseldorf!

 

edit: So sieht Support in einer schwierigen Situation aus! Grüße nach Babelsberg, wir sehen uns auch bald 😉

 

Ausgrenzung im Fußball (Teil 2) — 27/03/2012

Ausgrenzung im Fußball (Teil 2)

Da mein erster Teil sehr gut angenommen wurde und ich mich über das viele Feedback gefreut habe, möchte ich auch gleich mit dem zweiten Teil anfangen:
Dieses Mal soll es um Ausgrenzung innerhalb der Kurven gehen. In vielen Kurven gibt es mehrere große Gruppen und das geht auch solange gut, wie alle das gleiche Ziel vor Augen haben und dieselben Einstellungen vertreten. In unser heutigen, pluralistischen Gesellschaft scheint das aber nicht mehr möglich und so geschieht es immer häufiger, dass die Gruppe, hinter der die breite Masse steht, eine unbeliebte Gruppe ausgrenzt, meistens angreift und diese auch weiterhin nicht mehr in der Kurve duldet.
Beispiel dafür sind z.B. die Aachen Ultras, eine antirassistische Gruppe, die von der rechtsoffenen Karlsbande (der größeren Ultragruppe in Aachen) angegriffen wurde. Die meisten Medien verfallen hier in einen typischen Rechts-Links-Dogmatismus und es entstehen Schlagzeilen wie „Rechte und Linke schlagen sich im Stadion“.
Ein weiteres Beispiel hierfür ist die Gruppe „Solo Ultra SGD“ aus Dresden, die von anderen Fans, wahrscheinlich ebenfalls aus politischen Gründen, angegriffen wurde und nun nicht mehr aktiv am Support der Mannschaft teilnehmen darf. Über diesen Fall haben die Medien allerdings kaum berichtet.
Als letztes Beispiel haben die rechtsoffenen Hooligans des FC Bayern die Schickeria München angegriffen, weil denen die Kontakte einzelner Mitglieder/innen zu Ultras des FC Sankt Pauli nicht passten.

Was können wir aus solchen Vorfällen, politischen Angriffen, lernen?
Es ist wichtig, dass man andersdenkende Menschen toleriert, aber wie würde man sich nun verhalten, wenn einmal antirassistische Fans Nazis aus dem Block werfen? Toleriert man jene, die nicht dazu fähig sind, Andere zu tolerieren? Ich denke, diese Frage bleibt jedem/ jeder Einzelnen selbst überlassen, ich aber bin der Ansicht, dass man im 21. Jahrhundert in einer aufgeklärten Gesellschaft dazu fähig sein sollte, grundlegende Menschenrechte zu akzeptieren und wer das nicht kann und in unsere Kurve Hass und Zwietracht säht, hat es nicht anders verdient, als aus dieser Gemeinschaft verbannt zu werden, die doch eigentlich respektvoll und freundschaftlich miteinander umgehen sollte.
Alerta!

Ausgrenzungsmechanismen im Fußball (Teil 1) — 22/03/2012

Ausgrenzungsmechanismen im Fußball (Teil 1)

Wenn es etwas gibt, worüber sich alle einig sein sollten, dann ist es die Tatsache, dass Ausgrenzung jeder Art nirgendswo etwas zu suchen hat. Doch in letzter Zeit wird der Fußball immer häufiger Plattform für solches Gedankengut.

 

 

Ich persönlich empfinde die neusten Vorfälle (zum Beispiel die homophoben Banner in Dortmund) allerdings nicht als Skandal, sondern viel eher als logisch. Warum? Die Leute, die im Stadion stehen/ sitzen, geben ein Spiegelbild der Gesellschaft wieder, das gilt auch für die Südtribüne Dortmund (das ist übrigens auch der Grund, warum Fußball oder Sport allgemein  (als Teil der Gesellschaft) zwangsweise politisch ist). Es ist nun mal ein trauriger Fakt, dass Sexismus, Homophobie, Rassismus etc in vielen Köpfen (auch in der Mitte der Gesellschaft) fest verankert sind und da auch diese Leute ins Stadion gehen und ihre Meinung dort mit Bannern äußern, ist es für mich nicht weiter verwunderlich, wenn dort sexistische und homophobe Inhalte präsentiert werden. Dadurch verurteile ich diese Aktion allerdings nicht weniger.

 

Wie geht man also weiter vor? Sanktionen gegen die entsprechende Gruppen, die sich so äußern, halt ich eher für wenig sinnvoll. Ein Lösungsansatz ist nicht auf der Südtribüne in Dortmund zu suchen, hier geht es um ein gesamtgesellschaftliches Problem. Daher sollten sich Verein und andere Fans möglichst davon distanzieren. Dass andere Fans des BVB gegen besagte Banner vorgegangen sind, empfinde ich bereits als ersten guten Schritt.

Um solches menschenverachtendes Gedankengut für immer zu verbannen, müssen wir diverse wichtige Entscheidungen treffen, bereits früh in der Erziehung für Toleranz werben oder auch einfach mal was sagen, wenn jemand sich in dieser Weise äußerst. „Schwul“ mausert sich zum beliebtesten Schimpfwort, grade in den jüngeren Schichten. Es ist unsere Aufgabe dagegenzuwirken, einfach mal den Mund aufzukriegen und Institutionen, die Homophobie und Sexismus heute noch fördern, endlich zu entmachten.

 

Fußball ist ein Sport für alle Menschen, nicht nur für die, die in das Bild einiger Unbelehrbarer passen. Diesen Leuten müssen wir uns immer und überall entgegenstellen.

 

Fight discrimination!

Ein Platz zum Atmen oder Erzgebirge Aue vs. FCSP 2:1 — 19/03/2012

Ein Platz zum Atmen oder Erzgebirge Aue vs. FCSP 2:1

Jedes Mal dasselbe, ich weiß nie, wie ich einen Tourbericht  am besten anfange.. Wenn dieses Blog nun ein bisschen Qualität und Niveau hätte, könnte ich sagen, konzentriert euch einfach den starken Mittelteil und das gut formulierte Ende, aber Qualität und Niveau  finden sich wohl eher weniger, wenn ich andere Blogs lese, die 1000mal besser sind..
Aber naja, darum geht es hier ja nun wahrlich nicht..
Wenn man morgens um 6Uhr aufbricht, die Letzten aus der Disko einem noch entgegentorkeln, fragt man sich schon manchmal, warum man das ganze macht.. Aber die Liebe zum Verein ist so groß, dass man immer wieder solche Dinge auf sich nimmt. Dieses Mal ging es für mich mit dem Bus zum Auswärtsspiel nach Aue. Busfahren ist an sich ne super Sache, nette Gesellschaft, angenehme Atmosphäre und eine relativ entspannte Fahrt und so war es auch diesmal. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an die Sankt Pauli Mafia NRW für die gute Organisation und die problemlose Tour. Wir fuhren ungefähr nach 3h nach Aue, was verdammt schnell ist, wenn man bedenkt, dass wir mehrere Pausen (u.a. eine halbstündige in Zwickau) gemacht haben. Mein letzter Ausflug ins Erzgebirge ist schon ne Weile her, vielleicht war ich deshalb ganz angetan, ist ja schon ne schöne Region und ich mag generell  Ex-DDR-Städte. Fragt mich bloß nicht warum, ich könnte es euch nicht beantworten.
Angekommen sind wir dann, bevor das Stadion geöffnet war, was mir nur selten passiert ist (spontan fällt mir sogar nur Nürnberg letztes Jahr ein). Daher waren wir auch die Ersten im Block und durften uns noch an relativ entspannten Ordnern (Pitbull Germany-Style) erfreuen. Das Stadion ist ein Traum, schön alt mit tollem Ausblick auf bewaldete Berge (erinnerte mich ein wenig an Freiburg). Dort kam ich dann auch mit @TeddyFCUM ins Gespräch, sehr sympathischer Kerl! Erfreut haben mich die vielen Gäste von den Bohemians Prag, leider standen die mit den Skins im anderen Block, ich hätte gerne meine Tschechisch Kenntnisse ein wenig aufgefrischt 😉
Die Stimmung hat mir ganz gut gefallen, viele Fahnen, ich denke, das geht schon in Ordnung. Das Spiel fand ich ebenfalls phasenweise gut, teilweise schien der FCSP aber auch um die Gegentore zu betteln, grade in den letzten 10 Minuten kam so gut wie gar nichts, daher hat Aue auch verdient gewonnen. 3 weitere Punkte gegen worst case: Aufstieg 😉

Ich könnte jetzt noch über nervenden Polizisten, extrem sympathische lokale Punks und die Rückfahrt schreiben, aber ich möchte an dieser Stelle mal auf ein wichtiges Thema aufmerksam machen: Sexismus und Homophobie im Fußball. Zu dieser Thematik werde ich bald mehr schreiben, allerdings kann sich das auch noch etwas ziehen, es stehen eine ganze Reihe wichtiger Klausuren an und mensch hat ja auch noch einen kleinen Rest Privatleben 😉
Der gestrige Tag hat mal wieder gezeigt, dass das Leben mit Sankt Pauli nicht immer einfach ist, aber ich liebe meinen Verein und der Block ist für mich ein Raum, in dem ich atmen kann.. und das liegt nicht am Grasgeruch 😉
Voran magischer FC!